70 Jahre Höckeler

Am 20. November 2021 konnte die Oltner Höckeler-Zunft ihr 70. Jubiläum feiern. Die Spuren der Zunft reichen aber noch bedeutend weiter zurück. Bereits an der Fasnacht 1938 trat zum ersten Mal eine Gruppe engagierter Fasnächtler aus dem Landhockey-Club HC Blauweiss Olten unter dem Namen «Höckeler-Clique» an der Oltner Fasnacht auf.

Zunftrat 2021: (v.l.n.r.) Jean-Michel Gutknecht (Zeremonienmeister), Roger Kiefer (Säckelmeister), Stefan Hertner (Stubenschreiber), Thomas A. Müller (Zunftmeister), Rolf Schmid (Pritschenmeister). Es fehlen: Stefan Hagmann (Statthalter) und Fabian Wyss (Cliquenchef).

Nachdem die Oltner Fasnacht 1946 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder stattfinden konnte, nahm auch die «Höckeler-Clique» wieder am Geschehen teil. In den Jahren 1947 bis 1949 traten die «Höckeler» an der Fasnacht sogar mit zwei Cliquen, der «Höckeler-Clique» und der «Göfferli-Clique», in Erscheinung. Ein Oltner Highlight waren auch die äusserst gut besuchten «Höckeler-Bälle» am Fasnachtssamstag 1946 und 1947 im Saal des Hotel Glockenhof.

1947 fand am Fasnachtsdienstag an gleicher Stelle zusätzlich noch ein von den «Höckelern» organisierter «Kehraus-Ball» statt.

Zunehmend war der Wunsch gereift, nicht nur eine Clique für die Fasnachtstage, sondern eine eigenständige Zunft zu gründen, bei welcher auch durch das Jahr hindurch die Freundschaft und die Geselligkeit gepflegt werden sollten. Am 20. November 1951 gründeten acht aktive Mitglieder des HC Blauweiss (Walter Luterbacher, Kurt Brunner, Fritz Sägesser, Erich Droll, Rolf Husi, Richard Hug sowie Max und Franz Breitschmid) im Restaurant zur Alten Mühle die Höckeler-Zunft zu Olten. Seither ist die Zunft aus dem Oltner Fasnachtsgeschehen nicht mehr wegzudenken. In den Jahren 1956 (Walter Luterbach alias «Walter I.»), 1962 (Max Breitschmid alias «Max I.»), 1969 (Mario Keller alias «Mario I.»), 1975 (Otto Binkert alias «Otti I.»), 1986 (Hugo Riggenbach alias «Hugo I»), 2001 (Maurice Stampfli alias «Big Brother Maurice 01»), 2004 (Roman Clavadetscher alias «Clavi 04») konnte die Zunft jeweils den Obernaaren stellen. Auch zahlreiche FUKO-Räte und zwei ehemalige FUKO-Ratspräsidenten (Mario Keller & Werner Moll) entstammen der Höckeler-Zunft. Aktuell wird die Höckeler-Zunft von Stefan Borner im FUKO-Rat vertreten. Im Jahre 1971 wurde die Kinder-Clique «Höckeler-Chnöpf» als reine «Buebe-Clique» von alt Zunftmeister Wolfgang Brunner und insbesondere seiner Frau Helga aus der Taufe gehoben, welche bis 1975 Bestand hatte und nach längerem Unterbruch 2013 als «gemischte Clique» wieder reaktiviert wurde.

Die Höckeler-Zunft zählt heute 75 Mitglieder und gehört damit zu den grössten Oltner Zünften.

Ein weiterer Meilenstein in der Zunftgeschichte war die Neuausrichtung des Hilari-Bott anlässlich der Regentschaft von Obernaar «Clavi 04» im Jahre 2004. Um das Oltner Brauchtum und Zunftwesen sowie insbesondere die Höckeler-Zunft über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen, wurden fortan zünftige Ehrengäste aus Basel und Zürich nach Olten an den Hilari-Bott eingeladen. Dadurch entstanden über die Jahre viele interzünftige und interstädtische Freundschaften. Im Weiteren waren die Höckeler-Zünfter die Ersten und über Jahre auch die Einzigen, welche am Hilari-Tag bereits morgens mit ihren Ehrengästen in der Oltner Innenstadt präsent waren. Heute haben auch die meisten anderen Oltner Zünfte Gefallen daran gefunden, den Hilari etwas ausgedehnter zu begehen als ursprünglich vorgesehen, was zu einem erfreulich bunten Treiben auf der Kirchgasse und in den einschlägigen Lokalitäten in der Oltner Innenstadt geführt hat.

Legendär war der Höckeler-Keller, der ab 1996 im ehemaligen Führungsbunker aus dem Zweiten Weltkrieg tief unter dem Munzingerplatz in vielen Arbeitsstunden von den Höckeler-Zünftern zu einem «Bijou» ausgebaut wurde und der Höckeler-Zunft nach langen Jahren im Terminus und im Rest. zum Kreuz eine neue Heimat bot. Viele gesellige Zunftanlässe wurden im Höckeler-Keller abgehalten und während der Fasnachtstage mutierte der Höckeler-Keller regelrecht zum Hotspot der Oltner Fasnacht. Leider musste der Keller, der der Stadt Olten gehörte, 2010 wegen eines Wassereinbruchs aufgrund von Sondierbohrungen für das nie gebaute «Parkhaus Munzingerplatz» aufgegeben werden. Im Jahr 2012 fusionierte die Höckeler-Zunft mit der Chnobli-Zunft und konnte so den ebenfalls legendären Chnobli-Wagen übernehmen, der auch heute an der Chilbi, der Mio und natürlich an der Fasnacht immer wieder zum Einsatz kommt.

Die Höckeler-Zunft zählt heute 75 Mitglieder und gehört damit zu den grössten Oltner Zünften. Das Zunfthaus der Höckeler-Zunft ist das Restaurant Aarhof von Mitzünfter Thomas Rhiner, in welchem die meisten Zunftanlässe durchgeführt werden.

Thomas A. Müller, Zunftmeister

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